…die ist jetzt. Im Herbst. Und nicht im Sommer. Vor allem nicht in einem Sommer, wie wir in dieses Jahr wieder hatten. Ein sogenannter Jahrhundertsommer. Der ganz bestimmt vom nächsten abgelöst wird.
Auch diesen Sommer bin ich wieder vor lauter verschwitzten Menschen gestanden und habe bei 38 Grad Celsius im Schatten eine Traurede gehalten. Dann habe ich mich umgezogen, habe den Volvo runtergekühlt und bin heimgefahren. Und habe gedacht: Gottseidank bin ich kein Gast.
Wieso wollen eigentlich alle im Sommer heiraten? Wieso geht man in den unerbittlichen Wettstreit mit anderen Brautpaaren, um die Traumlokalität an einem Sommersamstag zu bekommen? Wieso gibt man Geld für den Aufbau von Sonnensegel- und Schirmen aus, um sicherzustellen, dass die Gäste bei der Trauung im Freien (und die muss heutzutage ja sein) im Schatten sitzen können, wo es dann tatsächlich nur 38 statt gefühlt 55 Grad ist? Ich weiss es nicht.
Theoretisch könnte man immer noch im Sommer heiraten. Mit einer Trauung in einer kühlen Kirche (wobei: bei Temperaturen, die über Wochen die 30 Grad übersteigen, heizen sich auch diese auf) und Feierlichkeiten in klimatisierten Banketträumen (leider sind diese hierzulande immer noch die Ausnahme). Man kann in Arosa heiraten – dort wird es selten über 30 Grad. Oder auf einer Berghütte, die auf mindesten 2000müM liegt.
Aber man muss nicht. Denn man kann die Hochzeit auch ganz einfach im Herbst planen. Der Oktober ist mittlerweile einer der regenärmsten Monate. Und Sonne und Temperaturen über 20 Grad ziehen sich mittlerweile bis in den November hinein. Und ja: Natürlich braucht es für die Trauung im Freien eine Schlecht-Wetter-Alternative. Aber den Plan B braucht es auch im Sommer. Und weil man im Herbst weiss, dass man sicher viel Zeit drinnen verbringen wird, sucht man sich die Lokalität genau nach diesen Gesichtspunkten aus. Schön soll es drinnen sein. Kuschelig. Und damit wird es in der Regel auch automatisch romantisch. Und die Zeit, die man draussen verbringt, die geniesst man in vollen Zügen.
So wie Hugo. Am Laj Nair. Das Bild ist übrigens auf der selben Wanderung entstanden wie das Bild oben. Und genau wie Hugo werden eure Gäste ausschauen, wenn ihr im Herbst heiratet. Happy. Wollte ich nur mal sagen.
PS. Auf Schloss Tarasp, das man auf dem Bild oben sieht, kann man übrigens zivil heiraten. Genau das hat die Protagonistin meines Romans „Aschenbrödel traut sich nicht“ auch vor und plant die perfekte Hochzeit….habe ich dich neugierig gemacht? Dann solltest du unbedingt das Buch lesen!

